Montage der Aufladeelektroden

Symbolbild Montage der Aufladeelektroden mit den notwendigen Werkzeugen

Die Montage der Aufladeelektroden

Kurzschlüsse bei Überstand vermeiden

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1    Abdeckprofil aus Kunststoff    

2    Aufladestab mit Längsnuten*

3    Kunststoffschraube in T-Nut

4    Gegenelektrode

5    Trägermaterial

6    Zu fixierende Abschnitte

Die Aufladeelektrode richtig positionieren



Verwenden Sie zur Befestigung von Aufladeelektroden bitte immer nur elektrisch hoch isolierendes Material. Es sollte kein Metall direkt am Kunststoffkörper der Elektrode anliegen oder sich in unmittelbarer Nähe befinden. Dies auch nicht, wenn dieses Metall selbst nicht geerdet sein sollte.

Einige Hersteller der Aufladesysteme bieten stabile, hochisolierende Befestigungselemente aus Kunststoff an. Beispielsweise können die Elektroden selbst in direktem Kontakt mit Kunststoff-Langlochplatten oder Kunststoffwinkel an Traversen montiert werden. Traversen, Schutzbleche, Leitelemente aus Metall sollten jedoch der Elektrode fern bleiben. Lässt es sich nicht vermeiden, dass sich die Elektrode sehr nahe an irgendeinem elektrisch leitfähigen Element befindet, muss zwischen der Elektrode und diesem leitfähigen Element eine dicke Isolierung aus dichtem, stabilen Kunststoff angebracht werden. Diese Isolierung sollte so dick und so dicht wie möglich sein. Sie sollte aus einem einzigen Stück, beispielsweise einer dicken Kunststoffplatte ohne Nähte, ohne Bohrungen und ohne Trennstellen gefertigt sein. Entlang dieser "Undichtigkeiten" würde die in der Elektrode anliegende Hochspannung nach und nach ihren Weg zum eigentlich abzuschirmenden, elektrisch leitfähigen Element finden. Eine Kurzschlusskriechstrom entlang dieser Naht, sowie die totale Zerstörung der Elektrode könnten die Folge sein. Beachten Sie bei der Montage der Elektroden bitte auch, dass selbst zunächst elektrisch nicht leitfähige Oberflächen im Laufe der Zeit durch Ansammlung von Feuchte oder Schmutzpartikeln elektrisch leitfähig werden können. So kann selbst ein dicker Silikonroller einer Transportrolle  durchaus langsam aber sicher an der Oberfläche elektrisch leitfähig werden und dazu führen, dass sich hier Kriechstromstrecken mit fatalen Folgen bilden.




Wie im nächsten Abschnitt auch noch ausführlicher beschrieben wird, sollte eine Aufladeelektrode mit einem respektablem Abstand zum nächsten, naheliegenden Metall hin eingebaut oder zumindest ausreichend isoliert werden. Oft kommt es vor, dass die Breite des unter der Elektrode vorbei geführten "Sandwichs" nicht der gesamten Länge der Elektrode entspricht. Das Streufeld der Elektrode streut dann links und rechts am "Sandwich" vorbei auf die blanke, metallische Gegenelektrode. An diesen Stellen geht sehr viel Leistung verloren. Diese fehlt wiederum zu einer guten Fixierung. Hier könnte es sogar zu Kurzschlüssen und Funkenentladungen zwischen Elektrode und Gegenelektrode kommen. Um dies zu vermeiden sollte die Aufladeelektrode an den Stellen an denen ihr die Gegenelektrode blank gegenübersteht, mit Kunststoff abisoliert werden. Geeignetes Isolationsmaterial in Form von U-förmigen Abdeckprofilen ist im Fachhandel üblicherweise als Meterware erhältlich. Je nach Ausführung der Elektrode und der verfügbaren Profile können diese werkzeuglos aufgeschoben werden um die nicht benötigten, aber trotzdem unter Hochspannung stehenden Aufladespitzen abzuschirmen.




Beachten Sie bitte beim Einbau einer Aufladeelektrode, dass ausreichend Abstand zum nächsten, naheliegenden Metall gegeben sein muss. Grundsätzlich muss der Abstand der Elektrode zu dem zu fixierenden Material, also zum "Sandwich" und der Gegenelektrode hin geringer sein, als zur nächsten elektrisch leitfähigen Oberfläche. Ist dies aus einbautechnischen Gründen nicht realisierbar, sollte zumindest wie im vorhergehenden Kapitel bereits beschrieben, die Elektrode zu diesem Metallhindernis hin ausreichend mit isolierendem Material, beispielsweise mit einer dickeren Kunststoffplatte abgeschirmt werden. Andernfalls kann es dazu kommen, dass die in der Elektrode geführte Spannung durch den Isolationskörper hindurch dieses Metallhindernis als Gegenelektrode erkennt und ihren Weg durch den Kunststoff dorthin sucht. Dies führt nach kurzer Zeit zum Durchbrennen der Elektrode. Es bilden sich von innen nach außen elektrisch leitfähige Kohlenstoff-Kriechstromstrecken. Die Spannung schlägt durch, die Elektrode wird zerstört. Eine derartig geschädigte Elektrode kann meistens nicht repariert werden.

Zudem wird das von der Elektrode ausgehende Hochspannungsfeld (1) von dem zu nahe liegenden Metallelement (2) abgelenkt. Es streut nicht in Richtung des "Sandwichs" zur Gegenelektrode (3) hin, sondern wird zum näheren leitfähigen Hindernis hin abgelenkt. Die gewünschte elektrostatische Fixierung kommt so nicht (4) oder nur extrem eingeschränkt zustande. Als idealer Abstand der Elektrode (Unterkante Elektrode zum Materialsandwich hin) können 10 - 20 mm bezeichnet werden. Diese Distanz kann natürlich je nach Leistung des versorgenden Hochspannungs-Generators schwanken.

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1    Hochspannungsfeld (hier positiv)

2    Zu nahe liegendes leitfähiges Element

3    Gegenelektrode

4    Nicht fixierte Materialien

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