Wartung der Aufladeelektroden

Symbolbild Wartung der Aufladeelektroden mit einer Bürste

Reinigen der Aufladeelektroden

Die Aufladespitzen der Aufladeelektrode

Das richtige Reinigungsmittel



Vorab ein dringender Hinweis: Bevor Sie an der Aufladeelektrode Wartungsarbeiten oder eine Reinigung durchführen, schalten Sie das System spannungsfrei und sichern Sie es vor Wiederin-betriebnahme.

Während Aufladegeneratoren wenige oder keine zu wartenden oder vom Bediener selbst zu reparierenden Teile enthalten, bedürfen die Aufladeelektroden Ihrer regelmäßigen Aufmerksamkeit. Zu den jeweils in den Bedienungsanleitungen aufgeführten und unbedingt zu beachtenden Punkten seien hier noch einige Hinweise gegeben. Sehr oft muss beobachtet werden, dass die Aufladeelektroden auch nach sehr langer, mehrjähriger Einsatzzeit nicht ein einziges mal gereinigt und gewartet wurden. Das mag eine ganze Weile lang gut gehen. Aber irgendwann hat sich dann auf der Oberfläche der Elektrode so viel Schmutz abgesetzt, dass es problematisch werden kann. Diese Schmutzbeläge können aus allem was so im Produktionsbereich aufgewirbelt oder verspritzt wird bestehen. Nach und nach beginnen diese Schmutzbeläge besonders im Nahbereich der Aufladespitzen schwarz zu werden. Sie verrußen regelrecht. Ruß ist Kohlenstoff und ist somit elektrisch leitfähig. Er bildet auf der Oberfläche der Elektrode eine elektrisch leitfähige Schicht über der ein großer Teil der eigentlich zur erfolgreichen Fixierung notwendigen Ladung abfließen kann. Die zustande kommende Fixierung wird über die Zeit hinweg spürbar schlechter. Im schlimmsten Falle kommt es aber auch über diese elektrisch leitfähige Schicht zu einer Funkenbildung. Tritt diese bereits auf, ist das isolierende Material der Aufladeelektrode an dieser Stelle meistens schon so stark geschädigt, dass die Elektrode nicht mehr reparierbar ist. Daher: Regelmäßiges gründliches Reinigen der Elektrode schützt diese vor Zerstörung. Vor der Reinigung der Elektroden ist unbedingt dafür zu sorgen, dass das System spannungsfrei geschaltet und gegen Wiederinbetriebnahme gesichert ist. Andernfalls droht tödliche Gefahr. Das zur Reinigung der Elektroden verwendete Mittel sollte Kunststoff nicht angreifen. Geeignete Lösemittel sind beispielsweise Alkohol oder Waschbenzin. Säuren oder Laugen dürfen nicht verwendet werden. Im Kapitel "Das richtige Reinigungsmittel" finden Sie weitere Informationen. Lassen Sie sich aber auch hier von Ihrem Fachhändler oder dem Hersteller Ihres Aufladesystems beraten.




Einschränkungen einer erfolgreichen Fixierung beobachtet man auch, wenn im Laufe der Produktionszeit die Aufladespitzen der Elektrode beginnen stumpf zu werden. Nur an einer richtig spitzen Spitze oder einer scharfen Kante kann sich eine sehr starke Spannungsspitze ausbilden die zu einem hohen Spannungsfeld und einer ordentlichen Fixierung führt. Ist die Spitze stumpf, streut ein sehr diffuses, schwaches Spannungsfeld in den Raum heraus und die Fixierung wird zunehmend schlechter.

Einige Aufladeelektroden sind daher mit auswechselbaren Spitzenleisten lieferbar. Diese Spitzenleisten können als Ersatzteil bezogen werden. Zur Bestellung wird einfach die Artikelnummer der Elektrode und sofern vorhanden die Auftragsnummer der Bestellung der diese Elektrode entstammt benötigt. Diese Nummern finden Sie auch auf dem Typenschild der Elektrode. Ist dies nicht mehr vorhanden, besteht bei einigen Hersteller die Möglichkeit die Elektroden anhand von aussagekräftigen Bildern die Sie ihnen per Mail zusenden, zu identifizieren. Zur genauen Typenbestimmung sind auch weitere Information, wie beispielsweise die Länge der Elektrode und die Positionierung des Hochspannungskabel-Abgangs sinnvoll.

Aufladeelektroden mit Spitzen die nicht ausgetauscht werden können, verlieren nach und nach an Wirkung. Findige Wartungsleute finden aber schnell heraus, dass die Spitzen kurzerhand mit einer Feile wieder angespitzt werden können. Dieses Anspitzen sollte allerdings sehr vorsichtig geschehen, da die einzelnen Spitzen bei dieser Behandlung auch abbrechen könnten. Bitte gehen Sie mit den Spitzen sehr vorsichtig um, sonst droht Ihnen auch noch Verletzungsgefahr.




Wie bereits erwähnt empfiehlt sich zur Reinigung der Aufladeelektroden entweder Alkohol oder Waschbenzin. Diese Mittel hinterlassen auf dem Kunststoff der Elektroden keine Rückstände. Der Kunststoff wird hiervon nicht porös, aufgelöst oder spröde. Aggressive Reinigungsmittel können den Kunststoff des Isolationsprofils nachhaltig schädigen. Ein derartig geschädigter Kunststoff hat eine sehr schlechte Isolationsfähigkeit. Die Hochspannung kann durch die Isolation hindurch ihren Weg finden und zu sogenannten Kohlenstoff-Kriechstromstrecken führen. Die Elektrode wird irreparabel zerstört. Wenden Sie sich zur Auswahl des geeigneten Reinigungsmittels an Ihren Fachhändler oder dem Hersteller Ihres Aufladesystems. Zur Reinigung der Elektroden können Sie eine Bürste mit langen flexiblen Borsten verwenden. Die Borsten sollten nicht zu hart sein um Beschädigungen der Kunststoffoberfläche zu vermeiden. Tauchen Sie nur die Borsten in die Reinigungsflüssigkeit, niemals die gesamte Elektrode. Sind Sie beim Abbürsten der Elektrode sehr vorsichtig, damit Sie sich nicht an den Aufladenadelspitzen verletzen. Nach der Reinigung müssen Sie dafür sorgen, dass die Elektrode komplett trocknen ist. Nicht nur die äußere Oberfläche muss absolut trocken sein, auch Flüssigkeit die in das Innere gelangen konnte muss restlos verschwunden sein, bevor Sie die Elektrode wieder in Betrieb nehmen und unter Spannung setzen.

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